«Bonjour Dakar!: Rencontre avec une ville africaine»
Dakar 2004-2006

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«Buenos días Dakar!: Encuentro con una ciudad africana»
Dakar 2002 - 2006

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Dakar wird seit Jahren von einer Zuwanderungswelle überrollt: Zählte diese Stadt 1960, im Jahr der Unabhängigkeit von Frankreich,
gerade mal 300 000 EinwohnerInnen, so lebt mittlerweile ein Viertel der Bevölkerung in der Kapitale: 2,5 Millionen Menschen.
Die meisten kamen auf der Suche nach Arbeit vom Land in die Stadt.

Den Präsidenten des Landes kümmern - wenn nicht gerade Wahlkampf ist - die Probleme der «einfachen» Bevölkerung eher wenig.
Sein Blick ist nach vorne und oben gerichtet, auf die künftige Infrastruktur und das Prestige seines Landes. Das heisst,
er lässt bauen. Mit finanzieller Unterstützung aus Kuweit und der Hilfe von portugiesischen, chinesischen und senegalesischen
Gesellschaften. Unter anderem sollen eine neue Autobahn und ein neuer internationaler Flughafen realisiert werden. Auf der
bekannten Corniche der Hauptstadt sind die Bulldozer aufgefahren. Geht es nach dem Willen des Präsidenten und seines Sohnes,
der, wie der Journalist Najib Sagna sagt, überall die Finger im Spiel hat, soll Dakar 2008, wenn Senegal das Gastgeberland
für die Organisation der Islamischen Konferenz sein wird, nicht wiederzuerkennen sein.

Eine gigantische Plakatwand mit der Aufschrift «En route vers le sommet», «Auf dem Weg an die Spitze», kündet die geplante
Metamorphose der Metropole am westlichsten Zipfel Afrikas an. Doch was bringt eine neue schöne Promenade all jenen, die der
tägliche Überlebenskampf bis zur Erschöpfung beansprucht?

Text von Judith Wyder
Auszug aus der Reportage «Die Hoffnung stirbt im Meer».